Offener Brief an Herrn Minister Tarek Al-Wazir, Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung

Auflastung der Brücke in Gräveneck, Belastung des Runkeler Stadtteils Wirbelau, Auswirkung Ausbau B49 und Maut auf die Nachbargemeinden

Sehr geehrter Herr Staatsminister Al-Wazir,

Lieber Tarek,

wieder einmal ist einer unserer Runkeler Stadtteile, hier Wirbelau, von einer geplanten Auflastung einer Brücke bei Gräveneck (Landesstraße 3452 Kreis Limburg-Weilburg) betroffen. Der Neubau der Brücke soll uneingeschränkt für den Schwerlastverkehr zulässig werden. Bisher gilt eine Einschränkung von 9 t.

Die Anwohner des Stadtteils Wirbelau, durch die L 3452 führt, sind äußerst besorgt. Es steht zu befürchten, dass die schweren Lastwagen durch das neu geschaffene Schlupfloch die direkte Route nehmen und durch Wirbelau poltern. Bisher müssen Umwege in Kauf genommen werden.

Einerseits setzen sich die Bürgermeister für belebte und lebenswerte Ortskerne ein, andererseits leiden gerade die Ortskerne durch hohes Verkehrsaufkommen.

Wie in vielen alten Ortsteilen sind die Straßen eng und die Bürgersteige schmal. So auch die betroffene Fahrbahn der Ortsdurchfahrt Wirbelau. Wie sollen sich in so einem Nadelöhr von ca. 3,50 Meter breite Fahrzeuge und besonders Schwerfahrzeuge begegnen können? Was passiert, wenn Fußgänger, Mütter mit Kinderwagen usw. zeitgleich auf den Straßen unterwegs sind?

Wir bitten dich daher dringend darum, unserer Gemeinde Wirbelau einen Besuch abzustatten. Du kannst dann selbst sehen, wie bedrohlich eine Belastung durch Schwerlastverkehr, mehr Schadstoffe und das höhere Gefahrenpotenzial sich für die Bürgerinnen und Bürger darstellt.

Wir möchten dir ebenso noch einmal dafür danken, dass du unsere Bedenken und Ängste ernstgenommen hast, als wir in Dehrn und Eschhofen mit einer ähnlichen Problematik konfrontiert wurden.

Du ermöglichtest es, dass alle Betroffenen zu einem höchst fachkompetenten runden Tisch in dein Ministerium eingeladen wurden. Es gelang uns gemeinsam mit den Experten, eine positive und für alle gute Lösung zu finden. Wir hoffen nun darauf, dass uns das gleichfalls für Wirbelau gelingt.

Ebenso gehen in der Nachbargemeinde Weinbach Sorgen um. Emplarisch sollte genauso die derzeitige Situation wenige Kilometer entfernt in Weinbach-Edelsberg angeschaut werden.

Bei Begegnungsverkehr wird der einzig begehbare Bürgersteig mitbenutzt. Gespräche an der Hauptstraße sind durch den Lärm des Schwerlastverkehrs nicht möglich, die Fassaden der Häuser sind rußgrau.

So stellt sich die Situation des „raus auf´s Land“ in vielen Ortsteilen dar. Die Abwanderung aus den Ortsteilen ist eine logische Konsequenz.

Es ist zu erwarten, dass sich die Situation durch die Brückenauflastung hier ebenfalls durch noch mehr Verkehr verschlechtern wird.

Der 4-spurige Ausbau der B49 und deren geplante Maut wird Solms, Braunfels, Edelsberg, Gräveneck, Wirbelau und viele weitere Orte heftig treffen. Die Schwerfahrzeuge weichen erfahrungsgemäß über kleinere Straßen aus um die Mautgebühren zu umgehen.

Hier sind Gespräche dringend notwendig.

Daher würden wir uns freuen, auch im Namen des Ortsbeirates Wirbelau, wenn du uns bald einen Termin vor Ort nennen könntest.

OV Runkel Vorstand

Weitere Infos auch unter: NNP_offener_Brief_Tarik_310317

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